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Der Antitierbenutzungshof
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Feste menschliche Hofbewohner*innen sind derzeit Iris, Daniel und Cassi, weitere Helfer*innen wohnen zeitweise kurz- oder längerfristig auf dem Hof.

Da der ganze Antitierbenutzungshof unendlich viel Arbeit bedeutet, leben und arbeiten wir hier hauptsächlich für die mit uns lebenden nichtmenschlichen Tiere.



Daniel

Ich bin vegetarisch aufgewachsen und habe erst mit 17 Jahren angefangen, so langsam vegan zu werden.

Ausgelöst wurde das durch einen Lehrer in der Schule, in der ich damals war. Er sagte, daß für Vegetarier auch Tiere geschlachtet würden, zum Beispiel die Kuh, wenn sie irgendwann zu wenig Milch "gibt", ... und daß Vegetarier sich nur ein gutes Gewissen machen würden. Er wollte mich damit eigentlich zum "Fleischessen" bewegen, doch am selben Tag noch hörte ich auf, Milchprodukte zu essen (bis auf eine Ausnahme am Anfang) und aß nur noch Eier von den Hühnern, die bei mir lebten. Ich war damals noch nicht gegen das Benutzen von Tieren, sondern wollte nur, daß sie gut gehalten und nicht geschlachtet werden, und von solchen Tieren hätte ich damals theoretisch auch noch Milch und Eier konsumiert. Irgendwann trennte ich mich dann auch von meinen "Woll-", Fell- und "Leder"-Sachen und hörte auch mit dem Reiten und Kutsche fahren auf.

Inzwischen lebe ich vegan, bin gegen jede Tierbenutzung und gegen Speziesismus.

Iris

Ich bin im Alter von acht Jahren Vegetarierin geworden, nachdem ich in der Schule einen Film über Schafe gesehen hatte, durch den mir klar wurde, daß es sich bei "Fleisch" um Tiere, die für diesen Zweck getötet werden, handelt. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich kein Tier mehr essen, wozu für mich ganz selbstverständlich auch Fische gehörten (als ich viele Jahre später von Leuten erfuhr, die sich als vegetarisch benennen und Fische essen, war ich ziemlich erstaunt). Ich habe allerdings während meiner ganzen Zeit als Vegetarierin Tierhaut getragen und die meiste Zeit über auch zum Beispiel Gelatine gegessen, da ich gar nicht wußte, was sich dahinter verbirgt.

In Richtung Veganismus entwickelte ich mich ca. 11 Jahre später durch den Kontakt mit Mitschülerinnen, die keine Milch und keine Eier konsumierten und mir ihre Gründe dafür darlegten. Insbesondere die Umstände des Milchraubes fand ich erschreckend. Da diese Mitschülerinnen sich als Veganerinnen sahen, obwohl sie Honig aßen, "Leder" trugen usw., nahm ich an, daß diese Dinge nicht Bestandteil des Veganismus wären und rechtfertigte und praktizierte sie noch ca. ein Jahr lang, bis ich im Internet auf weitere Informationen über Veganismus und Tierrechte/Tierbefreiung stieß. Dort erfuhr ich auch, daß es Menschen gibt, die sich gegen verschiedene Formen von Tierausbeutung und für die Befreiung der Tiere einsetzen.

Bei meiner ersten Beteiligung an einer Demonstration gegen "Pelz" - die Demo gegen die Fur & Fashion in Frankfurt - trug ich noch "Lederschuhe". Dort lernte ich erstmals Menschen kennen, die tatsächlich vegan lebten und begann ab da, ebenfalls vegan zu leben. Kurz darauf beteiligte ich mich auch an Aktionen von Tierrechtsgruppen und war seitdem in verschiedenen Gruppen aus dem Umfeld der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung aktiv, zuletzt bei der Antispeziesistischen Tierrechtsinitiative.

Eine Aktionsform, an der ich mich häufig beteiligte, war die Offene Tierbefreiung: Ich habe an zahlreichen direkten Befreiungen von Hühnern, Enten, Gänsen und Truthühnern mitgewirkt und mußte für die Befreiung von 59 Individuen auch eine Freiheitsstrafe absitzen, was ich bis heute nicht bereue, auch wenn ich weiß, daß direkte Tierbefreiungen nicht das Grundproblem - den Speziesismus - lösen und die Ausbeutung nichtmenschlicher Tiere insgesamt stoppen können.